GRUNDLAGEN DER SCHALLDÄMMUNG

Auszug aus dem Wolf - Planungsordner


Hier geht es zu den Produkten:

- Bodensysteme

- Deckensysteme
- Wandsysteme

1. Schalldämmung richtig planen

Der Wunsch nach Ruhe in der eigenen Wohnung, im eigenen Haus gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn die Lärmkulisse am Arbeitsplatz und in der Freizeit der Menschen nimmt ständig zu.


Die Undurchdringbarkeit der Wände und Decken nach außen, zu den Nachbarn und innerhalb der Familie wird zunehmend als hohes Gut gesehen.

Der Wunsch nach Ruhe, Geborgenheit und Anonymität, aber auch mal laut sein zu können, ohne damit gleich einen Streit mit den Nachbarn zu riskieren, ist durch gute Planung bei Neubauten und durch schalltechnische Sanierung im Bestand erreichbar.

 

Menschen reagieren heute sensibler auf Geräusche. Über den Lärm von Nachbarn beklagen sich rund 40% der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands. Das sind fast 10% mehr als vor 10 Jahren. Wenigstens zu Hause möchten die Menschen ihre Ruhe haben. Voraussetzung für dieses verständliche Begehren ist ein verbesserter baulicher Schallschutz in privat genutzten Gebäuden.


Dass diese Erwartungen häufig enttäuscht wurden und zu einer wahren Prozessflut führten, ist hinlänglich bekannt.


Der BGH erklärt den Mindestschallschutz der DIN 4109 bauwerkvertragsrechtlich für weitgehend bedeutungslos mit weitreichenden Folgen für Planer und Bauindustrie.


Die Komplexität des „Schallschutz im Hochbau“ in theoretischer, prüftechnischer sowie bautechnischer und baurechtlicher Hinsicht ist enorm und stellt den Planer vor Herausforderungen, die oft die Hinzuziehung eines Bauakustikers erfordert.

 

Wolf Bavaria ist seit vielen Jahren auf diesem Gebiet spezialisiert. Ausgehend von einer Ideeentstand ein innovatives, neuartiges umweltfreundliches Baumaterial mit dem sich schalltechnische Probleme im Innenausbau effektiv, einfach und kostengünstig lösen lassen.

Schalldämmung

Es gibt wohl kaum einen Bodentyp, Deckentyp und Wandtyp, den wir nicht schon kennen oder schalltechnisch ertüchtigt haben.

 

Mit den PhoneStar Schalldämmplatten sind besonders schlanke Leichtbauwände und Bodenaufbauten realisierbar, die sogar den höchsten Anforderungen, gemäß VDI Richtlinie 4100 Schallschutzstufe 3 (SST 3), entsprechen.

 

Dieser Planungsordner bietet praktische, verständliche, einfach realisierbare sowie bezahlbare Lösungen, für Planer, Fachhändler und Verarbeiter.


Grundlage dieses Planungsordners sind vielfältige Messungen, sowohl im Prüfstand als auch auf Baustellen, sowie unsere langjährige Erfahrung. Hierbei wurden sowohl einzelne Bauteile als auch gesamte Aufbauten bewertet.


Aus unseren Erfahrungen ergeben sich zehn unterschiedliche Bodenaufbauten mit PhoneStar Schalldämmplatten, die nach der Aufbauhöhe geordnet sind. Diese zehn Aufbauten werden schalltechnisch für Betondecken und vier verschiedene Holzdeckentypen bewertet. Insgesamt stehen somit 50 Bodenaufbauten zur Luftund Trittschalldämmung zur Verfügung.*

 

Analog sind für die Ertüchtigung von Massivwänden, Ständerwänden sowie Decken aus Holz und Metall, jeweils 8 diverse Aufbauten mit schalltechnischen Bewertungen dargestellt.

 

*Die angegebenen Schalldämmwerte sind Richtwerte und müssen für jedes Objekt individuell betrachtet werden.

 



2. Schall - Wissenswertes und physikalische Kenngrößen

Schall besteht aus mechanischen Schwingungen, die sich in unterschiedlichen Materialien anders verhalten. Die beiden wesentlichen physikalischen Kenngrößen des Schalls sind die Frequenz, gemessen in Schwingungen pro Sekunde (Hz) und die Lautstärke (Schalldruck, Schallpegel), gemessen in Dezibel (dB).

Schallschutz

Frequenz und Lautstärke

Im obigen Bild ist die Lautstärke über der Frequenz dargestellt. Der Mensch hört von 16 – 20.000 Hz. Beim Sprechen bewegt sich die Frequenz zwischen 200 und 8.000 Hz mit einem Schallpegel von 30 – 70 dB. Musik aus dem MP-3 Kopfhörer ist in der EU gesetzlich auf 80 dB begrenzt.


Hörschwelle

Eindrucksvoll zeigt die blaue Kurve, dass der Mensch unterschiedliche Frequenzen verschieden gut hört. Tiefe Frequenzen nehmen wir erst ab 80 dB wahr, während wir bei 3.000 Hz extrem gut hören.


Schmerzgrenze

Die Schmerzgrenze, gelbe Linie, liegt über allen Frequenzen bei ca. 120 dB.

 

Schalldämmung

Eine Schalldämmung um 6 dB entspricht physikalisch der Halbierung des Schallpegels, während der Mensch 10 dB Differenz als Halbierung oder Verdoppelung empfindet.

 

Eine 15 mm PhoneStar Schalldämmplatte dämmtden Luftschall, weisse Kurve, über alle Frequenzen gut. Im Bereich des besten menschlichen Hörens dämmt PhoneStar mit 40-45 dB besonders gut. Unter Berücksichtigung des unterschiedlichen Hörempfi ndens wird nach einem genormten Verfahren ein Einzahlwert, das Bewertete Schalldämm-Maß, eines Bauteils errechnet. 

                             

 

Rw für Luftschall

 

Ln,w für Trittschall

Das im Labor gemessene, bewertete Luftschall-Dämm-Maß der 15 mm Wolf Schalldämmplatte beträgt Rw=36 dB und die Trittschallminderung auf einer Betondecke mit 15 mm PhoneStar und Laminat als Oberbelag beträgt ΔLw=22 dB.

 


* Die angegebenen Werte sind ca. Werte. Exakte Werte sind den Messprotokollen zu entnehmen

Trockenestrich

Um ein besseres Gefühl für Schallpegel zu erlangen - folgend einige Beispiele.


schalldämmender Trockenestrich
Tabelle: Lautstärke typischer Schallquellen in Dezibel (dB)

Je länger die Schalleinwirkung, desto größer die Gefahr einer gesundheitlichen Schädigung.

 

Im Bauwesen wird Schalldämmung zunehmend als Qualitätsmerkmal anerkannt. Die Kenntnis der Wechselwirkung von Schall und Baumaterialien hilft, richtig zu planen.

Schallschutz
Tabelle: Ausbreitungsgeschwindigkeit von Schall

Merke

Holz, Beton und Stahl sind hervorragende Schallleiter.


3. Schallarten und deren Dämmung

Für die Schalldämmung in Gebäuden sind der
Luftschall und der Trittschall (Körperschall) gesetzlich geregelt. Der Gehschall, die Reflektion der Schritte in den Raum, sowie die Schallabsorption zur Verbesserung der Raumakustik, sind in diesem Planungsordner von untergeordneter Bedeutung.


Die drei Grundprinzipien optimaler Schalldämmung

Je mehr Masse/Rohdichte ein Material besitzt, je unsteifer es ist und je mehr Lagen es aufweist, desto besser dämmt es den Schall. Lose Masse dämmt zudem besser als feste Masse. Deshalb ist Sand ein idealer Schalldämmer. Die alten Baumeister nutzten Sand in alten Holzdecken, den sogenannten Fehlböden, zur Schalldämmung.

Grundprinzip PhoneStar


Masse/Rohdichte    


Sand als lose Masse 

Unsteifigkeit Sandwichplatte aus Wellpappe
Mehrlagigkeit Mehrere Wellen mit Quarzsand

 

Trockenestrich
Schnitt PhoneStar TRI

 

Trittschalldämmung optimieren

Zur Optimierung der Trittschalldämmung sollte ein Bodenaufbau von weich nach hart erfolgen.


Auf eine schalltechnisch schlechte Holzbalkenrohdecke mit Holzdielen wird zuerst ein weiches Schutzvlies oder besser eine Holzweichfaser-Platte aufgebracht. Hierauf werden ein oder besser zwei Lagen PhoneStar Schalldämmplatten verlegt und darauf ein beliebiger Endbelag, wie z.B. Click-Parkett.

 

Mit diesem einfachen Aufbau sind bereits enorme Tritt- und Luftschalldämmungen erzielbar.

 

Betondecken dämmen Schall in der Regel besser als Holzdecken, da sie eine höhere Rohdichte aufweisen. Alte Betondecken im Bestand weisen jedoch u.U. schlechtere Luft- und Trittschalldämmungen auf als moderne Holzdecken. In alten Holzdecken wurde Sand zur Schalldämmung verwandt, da Sand ein hervorragender Schalldämmer ist. Den hörbaren Beweis liefert der auf Beton, Holz oder Sand schlagende Hammer.

Trockenestrich
PhoneStar mit Maßangaben

 

Mit PhoneStar am Boden ist jeder Endbelag einfach und effektiv von der Primärstruktur des Gebäudes entkoppelt. Randdämmstreifen sind für PhoneStar empfehlenswert. Gleichzeitig sind PhoneStar Platten, mit einer sehr hohen Druckbelastbarkeit, als Estrichersatz geeignet. Aufbauhöhen werden entsprechend reduziert.


Durch zusätzliche Entkoppelung der Wände vom Boden werden Schallnebenwege verringert.

Hier werden PhoneStar Platten im Trockenbau direkt an die Ständer und Gipskartonplatten, GKB, zur Wandverkleidung darauf geschraubt. Werden die GKB nicht auf den Rohboden, sondern auf am Boden verlegte PhoneStar Platten aufgestellt, ergibt dies eine sehr gute Entkoppelung der Wände vom Boden.


Im Massivbau wird durch Aufbringen einer Lage PhoneStar an die Massivwand und anschließende Verkleidung mit Gipskarton-Platte, die wiederum vom Boden entkoppelt ist, die Luftschallübertragung durch die Wand effektiv gedämmt.

 



4. Fallbeispiel - Luftschall und seine Dämmung

Schallschutz Trockenbau
Schallpegeldifferenz = Schallpegel 1 - Schallpegel 2

 

Beispielgraphik

Luftschall wird über die Luft, von Raum zu Raum durch Wände und Decken bzw. Böden übertragen.


Luftschalldämmung

Die Luftschalldämmung eines Bauteils wird im
Labor bestimmt. Hierbei wird mittels Terzfi lter-
Analyse von 50 bis 5000 Hz die Schalldämmung
gemessen und nach einem genormten Verfahren auf einen Wert, den bewerteten Einzahlwert, reduziert.
Durch Anfügen besonderer Kennzeichnungen und Indizes wird das Schalldämm-Maß R dahingehend unterschieden, ob der Schall ausschließlich durch das prüfende Bauteil oder über Nebenwege, sogenannte Flanken-übertragungen, übertragen wird.


Hierbei bedeuten:

 

Luftschall

R


Labor-Schalldämm-Maß, frequenzabhängig

R'


Bau-Schalldämm-Maß, frequenzabhängig

Rw


bewerteter Einzahlwert des Labor-Schalldämm-Maßes

R'w


bewerteter Einzahlwert des Bau-Schalldämm-Maßes

R'w,R


berechneter bewerteter Einzahlwert des Bau-Schalldämm-Maßes

Rw,P


bewerteter Prüfstandwert zur Ermittlung

Rw,R


bewerteter Rechenwert für das Nachweisverfahren (Rw,r=Rw,P-2 dB)

ΔRw


bewertete Verbesserung der Luftschalldämmung

 

Für die Abschätzung einer Luft-Schalldämm - Maßnahme sind 2 Kenngrößen wichtig.


Das bewertete Labor-Schalldämm-Maß Rw bemisst die Luftschalldämmung eines Bauteiles im Labor und gibt Auskunft über das Dämmungs - Potentials. Je höher der Wert, desto besser die Luftschalldämmung.

Eine Schallpegeldifferenz von 10 dB empfindet das menschliche Gehör bereits als Verdoppelung oder Halbierung des Schalls. Die 15 mm Wolf Schalldämmplatte wurde im Labor mit Rw=36 dB gemessen.


Das Bau-Schalldämm-Maß R´w beinhaltet die Flankenübertragung über Schallnebenwege. Die Messung erfolgt im Labor oder in ausge-führten Bauten.

 

Verbesserung der Luftschalldämmung

durch die schalltechnische Ertüchtigung eines Bodens, einer Wand oder einer Decke wird die Schalldämmung erhöht. Die Differenz der Luftschalldämmung vor und nach einer Ertüchtigung ergibt sich aus:


Luftschallverbesserung
ΔRw = Rw(vorher) – Rw(nachher)


Je besser die Luftschalldämmung einer Wand oder eines Bodens ist, desto weniger kann zusätzlich gedämmt werden.

Je schlechter eine Wand oder ein Boden ist, desto mehr wirkt sich eine Schalldämm-maßnahme aus.

     

Ein konkretes Beispiel

Siehe Kapitel 5, Holzdecken, Systemtyp BHG 1.6: (BHG = Boden Holz Geschlossen).

 

Vorher:
Eine geschlossene Holzdecke mit einem Ausgangswert für die Luftschalldämmung von R´w,R=46 dB wird ertüchtigt.


Ertüchtigung:
Mit dem nur 49 mm hohen Systemaufbau BHG 1.6 (19 mm Holzweichfaser, 2 Lagen PhoneStar TRI), wird die Ausgangsdecke ertüchtigt. Endbeläge sind frei wählbar und müssen zur Aufbauhöhe addiert werden.


Nachher:
Die Luftschalldämmung der Ausgangsdecke wird von R´w,R=46 dB auf R´w,R=55 dB verbessert. Die Luftschalldämmung wird also um ΔRw,R=9 dB
verbessert. Dies entspricht gefühlt in etwa einer Verdoppelung der Luftschalldämmung der Ausgangsdecke.

 



5. Fallbeispiel - Trittschall und seine Dämmung

Trittschall bzw. Körperschall entsteht durch stoßartiges Anregen fester Körper, wie Böden und Wände.

Der so entstehende Trittschall wird z.B. über den Boden als Luftschall in den darunter-liegenden Raum abgegeben. Der Trittschallpegel L wird im Empfangsraum gemessen und ist ein absoluter Wert. Je höher der Trittschall L ist, desto schlechter die Trittschalldämmung des Bodens

Trittschalldämmung
Beispielgraphik

Messung des Trittschalls

Der Trittschall wird mit einem Norm- Hammerwerk im Senderaum erzeugt, welches auf dem Boden Tritte simuliert.

Die Schallmessung erfolgt i.d.R. im darunter liegenden Empfangsraum.


Trittschalldämmung

Zur Ermittlung der Trittschalldämmung werden
2 Messungen vorgenommen. Die erste Messung erfolgt bezogen auf die Ausgangs-decke. Gemessen wird der Trittschall im Empfangsraum jeweils in Abhängigkeit von der Frequenz (100-5000 Hz).
Aus diesen Daten wird, analog zum Luftschall, der, bewertete Trittschall L´n,w,R“ der Ausgangsdecke als Einzahlwert berechnet.
Die zweite Messung erfolgt nach Einbringung des Bodenaufbaus, z.B. mit PhoneStar Schall-dämmplatten und einem Endbelag.

 

Hierbei bedeuten:

 

Trittschall

Ln



Norm-Trittschallpegel ohne Flankenübertragung, frequenzabhängig

L'n



Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung, frequenzabhängig

Ln,w


bewerteter Norm-Trittschallpegel, Einzahlwert, frequenzunabhängig

L'n,w


bewerteter Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung

L'n,w,R



berechneter bewerteter Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung

ΔLn,w,R


berechnete Verbesserung des bewerteten Norm-Trittschallpegels

 

Ein konkretes Beispiel

Siehe Kapitel 5, Systemtyp BHG 1.6:
(BHG = Boden Holz Geschlossen)


Vorher
Der Trittschallpegel der Ausgangsdecke beträgt
L´n,w,R=75 dB.


Ertüchtigung
Auf die Ausgangsdecke wird zuerst eine 19 mm
Holzweichfaserplatte, HWF, aufgebracht (Prinzip - weich nach hart).
Auf die HWF werden zwei Lagen PhoneStar TRI,
jeweils 15 mm, schwimmend verlegt.
Der zusätzliche Bodenaufbau, ohne Endbelag,
beträgt 49 mm.


Nachher
Der resultierende Trittschallpegel beträgt
L΄n,w,R=60 dB.
Die Trittschallminderung beträgt in diesem Fall
ΔLw,R=15 dB mit nur 49 mm Aufbauhöhe.



6. Schallschutz und die neue, europäisierte DIN 4109

Als Teilgebiet der Bauphysik umfasst das Arbeitsgebiet des Schallschutzes die ingenieurmäßigen Aufgaben im Bereich der Bau- und Raumakustik.
Hierbei stehen die schalltechnischen Planungen,Berechnungen sowie Messungen und Überprüfungen des Luftschalldämm-Maßes sowie des Trittschallpegels von Bauteilen im Vordergrund. Zusätzlich werden auf dem Gebiet des Immissionsschutzes Umgebungslärm durch Verkehr, Sport- und Freizeiteinrichtungen erfasst und beurteilt, deren Ergebnisse die Grundlage weiterer Lärmschutzmaßnahmen bilden.

 

Gesetzliche Grundlagen - DIN, VDI und BGH

Zahlenwerte zum baulichen Schallschutz liefern die DIN 4109 und die VDI Richtlinie 4100.


Seit der BGH-Entscheidung vom 14.06.2007, Aktenzeichen VII ZR 45/06, ist der Mindestschallschutz der DIN 4109 bauwerkvertraglich weitgehend bedeutungslos.

Die geschuldete Schalldämmung ergäbe sich aus der Auslegung des Vertrages und habe sich an den Regeln der Technik zu orientieren.
Insbesondere betrachtet der BGH die Mindestanforderungen der DIN 4109 als nicht mehr den    Regeln der Technik entsprechend und stellt u. a. auf die VDI-Richtlinie 4100 in der Schallschutz- stufe II oder III ab. Für die planerische Praxis wird erhöhter Schallschutz für Neubauten zum Quasi-Standard.


Die DIN 4109 unterscheidet Anwendungsfelder vom Krankenhaus bis zur privaten Nutzung von Wohnräumen, differenziert den Schallschutz von benachbarten oder übereinander liegenden Räumen nach Nutzungsarten. Die bauakustischen Kennwerte für den Schallschutz in Mehrfamilienhäusern sind in der unteren Tabelle sehr vereinfacht zusammengefasst. Für detaillierte Betrachtungen sei auf die DIN 4109 und die VDI Richtlinie 4100 verwiesen.


Beim Luftschall ist die Schalldämmung angegeben. Höhere Werte bedeuten bessere Luftschalldämmung. Beim Trittschall wird der durch ein Normhammerwerk erzeugte Trittschallpegel angegeben, der in dem darunter liegenden Raum gemessen wird. Niedere Werte bedeuten bessere Trittschalldämmung.


Tabelle Akustische Größe Einfacher Schallschutz Erhöhter Schallschutz Bester Schallschutz
Schallschutzstufen (SSt) der VDI 4100 bzw. DIN 4109:1989   SSt I SStII SSt III
Wohnungstrennwände (Luftschall) R'w in dB 53 56 59
Wohnungstrenndecken (Luftschall) R'w in dB 54 57 60
Wohnungstrenndecken (Trittschall) L'w in dB 53 46 39

 

Es bedeuten: R´w: Bewertetes Bau-Schalldämmmaß

L´n,w: Bewerteter Norm-Trittschallpegel mit Flankenübertragung


Luftschalldämmung

Gesetzliche Grundlagen - Europäische Harmonisierung

Die harmonisierten europäischen Normen des baulichen Schallschutzes, CEN/TC 126, wird zu gravierenden Eingriffen in das deutsche Normungskonzept der DIN 4109 führen. Der zuständige NABau-Arbeitsausschuss zur DIN 4109 hat eine komplette Überarbeitung in die Wege geleitet. Die zukünftige DIN 4109 wird ein Berechnungsverfahren zur Ermittlung schalltechnischer Kenngrößen für den Luft- und Trittschall definieren.


Berechnungsverfahren nach DIN EN 12354-1 

Nach diesem Verfahren kann die Berechnung der Schalldämmung zwischen zwei Räumen mittels zweier Rechenmodelle erfolgen. Das „Vereinfachte Modell“ rechnet mit Einzahlwerten R´w für den Luftschall und L´n,w für den Trittschall, (siehe weiter unten). Beim „Detaillierten Modell“ erfolgt die Berechnung frequenzabhängig. Der zuständige Normenausschuß NABau zur neuen DIN 4109 (2) hat sich auf die Verwendung des vereinfachten Modells festgelegt.

 

Vereinfachtes Modell nach DIN EN 12354-1 
Das Berechnungsverfahren berücksichtigt die direkte Schallübertragung sowie alle   Flankenübertragungen. Bei einer typischen Wand, mit 4 fl ankierenden Bauteilen sind insgesamt dreizehn verschiedene Übertragungswege zu berücksichtigen. Für jeden dieser Übertragungswege kann ein eigenes Schalldämm-Maß ermittelt werden. Die resultierende Schalldämmung R´w einer Wand ergibt sich durch die „energetische“ Addition der einzelnen Schalldämm-Maße. Im Prinzip entspricht dies dem bewerteten Bau- Schalldämm-Maß.


Schalldämmwerte in diesem Planungsordner
Die in diesem Planungsordner aufgeführten Werte zur Luft- und Trittschalldämmung sind entweder in Prüfi nstituten, bzw. in konkreten Objekten gemessene oder berechnete Werte. Wolf Bavaria ist stets bestrebt neue Erkenntnisse in zukünftige Versionen dieses Planungsordners einfließen zu lassen. Hierzu stellen wir die aktuellste Version des Planungsordners Schalldämmung unter www.wolf-bavaria.com zur Verfügung.


Aus Gründen der Unwägbarkeiten von Schallnebenwegen in realen Objekten sind die angegebenen Werte als Richtwerte zu verstehen, die im konkreten Einzelfall abweichen können. Für eventuelle Druckfehler übernehmen wir keine Gewähr.  

zum Seitenanfang

Für konkrete Planungen wenden Sie sich bitte an Ihren zuständigen technischen Gebietsleiter.
Kontakt

 

Alle Rechte vorbehalten. Änderungen, Nachdrucke und fotomechanische sowie elektronische
Wiedergabe, auch auszugsweise, bedürfen der ausdrücklichen Genehmigung der Wolf Bavaria GmbH,
Gutenbergstraße 8, 91560 Heilsbronn.

Loading

Wir freuen uns über Ihren Besuch:

 


Wolf Bavaria GmbH I Gutenbergstrasse 8 I Germany - 91560 Heilsbronn Tel.: +49 (0) 9872 953 98 0 I Fax: +49 (0) 9872 953 98 - 11 I Email: info@wolf-bavaria.com